There Is No Place Like Home

Text

Bernd Oppl beschäftigt sich in seinem künstlerischen Werk mit den verschiedensten Formen von Raumerfahrung, wobei die Auseinandersetzung mit Architektur und Film für ihn von besonderer Bedeutung ist. Immer wieder führt er den Betrachter in die Frühgeschichte des Films und des Kinos, um die Mechanismen filmischer Wahrnehmung zu untersuchen und zu zeigen, wie sehr Film und Fotografie unsere Seherfahrungen geprägt haben. Neben Videoskulpturen, Raummodellen und Fotografien baut Oppl auch kinetische Apparaturen, in denen er Momente der Illusion und der optischen Täuschung der Technologie entgegensetzt. Bei There is no Place like Home ragen seitlich aus einem schwarz lackierten Apparat zwei sich drehende Scheiben, die mit poetisch anmutenden Wolkenbildern bedruckt sind. Blickt man von oben durch ein Guckloch, dann bekommt man durch das Ineinanderdrehen der Scheiben den Eindruck, als würden sich die Wolken wie im Zeitraffer bewegen. Mitten in dem stürmischen Himmel sieht man ein Haus, das durch den Einsatz von Spiegeln vervielfältigt erscheint. Es bezieht sich wie so oft in Oppls Werk auf einen Film. Er zitiert das von einem Hurrikan erfasste fliegende Haus aus dem amerikanischen Kinderbuch Der Zauberer von Oz (1900) das 1939 verfilmt wurde. Wir sehen gleichsam den Beginn einer abenteuerlichen Reise in eine fiktive, imaginäre Welt. Dabei zeigt uns der Künstler das Haus als einen instabilen Ort und wirft die Frage nach der Verlässlichkeit des trauten Heims auf.

Beate Ermacora